[cohabitation]
# 299
Es gibt keine gute Erklärung dafür, warum wir damit anfingen, aber im Sommer 1999 gingen mein Nachbar Kevin und ich jeden Samstag in die Drogerie am Ende unserer Straße. Erst Drogerie, dann zwei Kaffee und Rühreibagel bei Dunkin' Donuts, das war unser Ritual in einem Sommer in dem ansonsten nichts planbar war. Kevins Lieblingsbeschäftigung: In der Drogerie mindestens ein Kinderspielzeug oder einen anderen unbrauchbaren Gegenstand zu kaufen. Zum Beispiel ein Paar Plastikhandschellen, in denen er mich unter (seinem) lauten Gejohle abführte. 20 Tüten Plastikhalter für Geburtstagskuchenkerzen. Und einmal Luftballons aus denen man Tiere knoten kann. Wenn man kann. Und Kevin war besessen davon, Tiere aus Luftballons knoten zu können. Er schloss sich in seinem Zimmer ein, niemand durfte ihn stören. Sein Mitbewohner und ich saßen vorm Fernseher als Kevin schließlich wieder aus seinem Zimmer kam. Auf seinem Kopf saß was er vermutlich für eine gelungene Luftballonversion eines Papageien hielt, in seinen Händen hielt er noch zwei dieser Tierhüte. Er zwang uns, sie aufzusetzen. Einen ganzen Nachmittag lang. Wir blieben vor dem Fernseher sitzen und gingen nicht, wie Kevin es wünschte, damit spazieren. Beim Zappen landeten wir schließlich bei einer Wiederholung von „The Crocodile Hunter” – Steve Irwin dabei zuzuschauen wie er auf Krokodile sprang war, nach Ausflügen in die Drogerie, Kevins zweite Lieblingsbeschäftigung – und natürlich fing er sofort an, mit Irwins Klischee-australischem Akzent unsere Tierhüte zu kommentieren: „OBSERVE the fierce animal. It's head weighs more than my BODY. It's fierce. It's deadly. One touch and WHACK you're gone. And NOW I will touch it... Crikey!”
Es ist eine meiner schönsten Erinnerungen an Kevin. Und an Steve Irwin.
Es ist eine meiner schönsten Erinnerungen an Kevin. Und an Steve Irwin.
miss m. - 6. Sep, 22:46
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