[soundtrack]
# 346
Es wäre schön, wenn bestimmte Ausdrücke nicht so verbraucht wären wie zum Beispiel „Talking about music is like dancing about architecture”. Dann könnte ich so tun, als hätte ich eben diese Formulierung gestern zum ersten Mal gehört und nicht in jedem Film mit Jude Law den ich je gesehen habe, wobei ich jetzt gar nicht weiß, ob das stimmt, aber es kommt mir vor wie ein Ausdruck den Jude Law oft verwenden würde. Und vielleicht denke ich das wiederum nur, weil ich neulich wieder „Music from another Room” gesehen habe, ein schrecklich kitschiger Film, den mir Jude Law komplett versaut hat seit er mal sagte, er habe nur einen Film nur für die Kohle gedreht: Den. Der Hund!
Jedenfalls hätte ich diesen Ausdruck gerne frisch und neu. Denn leider fehlt mir ein anderer, ähnlich guter, aber eben nicht so abgenudelter Ausdruck, um zu beschreiben was passiert, wenn Menschen die mehr Verstand von Musik haben als ich, meine Musik kommentieren.
Zum Beispiel:
Phil ist zu Besuch. Phil mag gerne Death Metal. Würde er jetzt hier mit mir sitzen, würde er mir bestimmt eine halbe Stunde lang den Unterschied zwischen dem was er gerne hört und was ich für Death Metal halte erklären. Aber er sitzt nicht hier. Und das ist meine Seite. Phil ist also zu Besuch, es ist Oktoberfest, wir sind übelst verkatert, ich lege eine CD von Anna Ternheim ein, so zum Aufwachen. Nach ein paar Minuten:
Phil: Mhm.
Ich: Was denn?
Phil: Mhm. Mhm.
Ich: Die Musik?
Phil: Mhm.
Ich: WAS?
Phil: Na jaaaa...
Ich: Das ist schön. Anna Ternheim. Aus Schweden.
Phil: Aha.
Ich: Aha?
Phil: Ach, es ist nur, ich kenne diesen Typ. Valium-Mädchen. Davon gibt es in Schweden hunderte. Haben sich der Liebe geschlagen gegeben, dennoch hat ihre Stimme etwas Hoffnungsvolles, denn sie hat einen festen Freund in Südfrankreich und der wird alles wieder gut machen.
Ich: !
Jedesmal wenn ich jetzt also Anna Ternheim höre, was ich sehr gerne tue – ich habe die blöde Angewohnheit, ein Lied oder eine CD so lange zu hören, bis ich sie nicht mehr hören kann, ein Zeitpunkt der circa 54 Mal anhören über der Schmerzgrenze aller anderen liegt die mithören müssen, was mal dazu führte, dass ich mit meinem Mitbewohner James einen sinnlos langen Streit darüber hatte, ob es besser ist, immer zuerst das Lied zu hören, das man auf einer CD am liebsten mag, so wie man das Leckerste ja auch immer zuerst vom Teller isst und nicht zuletzt, oder das Lied nur an seinem vorbestimmten Ort auf der CD zu hören, also als Nummer 3, 7 oder 9 (ich war für Methode 1. James nicht) – dann höre ich im Hintergrund Phils Kommentar mit. Einerseits hat er dadurch das Album ein bisschen um seine, ja, Magie beraubt. Andererseits hatte ich ein paar Monate vorher einen Abend lang versucht, Phil die Besonderheit von John Mayer nahe zu bringen. Natürlich nur weil ich wusste, wie furchtbar er John Mayer findet.
Jedenfalls hätte ich diesen Ausdruck gerne frisch und neu. Denn leider fehlt mir ein anderer, ähnlich guter, aber eben nicht so abgenudelter Ausdruck, um zu beschreiben was passiert, wenn Menschen die mehr Verstand von Musik haben als ich, meine Musik kommentieren.
Zum Beispiel:
Phil ist zu Besuch. Phil mag gerne Death Metal. Würde er jetzt hier mit mir sitzen, würde er mir bestimmt eine halbe Stunde lang den Unterschied zwischen dem was er gerne hört und was ich für Death Metal halte erklären. Aber er sitzt nicht hier. Und das ist meine Seite. Phil ist also zu Besuch, es ist Oktoberfest, wir sind übelst verkatert, ich lege eine CD von Anna Ternheim ein, so zum Aufwachen. Nach ein paar Minuten:
Phil: Mhm.
Ich: Was denn?
Phil: Mhm. Mhm.
Ich: Die Musik?
Phil: Mhm.
Ich: WAS?
Phil: Na jaaaa...
Ich: Das ist schön. Anna Ternheim. Aus Schweden.
Phil: Aha.
Ich: Aha?
Phil: Ach, es ist nur, ich kenne diesen Typ. Valium-Mädchen. Davon gibt es in Schweden hunderte. Haben sich der Liebe geschlagen gegeben, dennoch hat ihre Stimme etwas Hoffnungsvolles, denn sie hat einen festen Freund in Südfrankreich und der wird alles wieder gut machen.
Ich: !
Jedesmal wenn ich jetzt also Anna Ternheim höre, was ich sehr gerne tue – ich habe die blöde Angewohnheit, ein Lied oder eine CD so lange zu hören, bis ich sie nicht mehr hören kann, ein Zeitpunkt der circa 54 Mal anhören über der Schmerzgrenze aller anderen liegt die mithören müssen, was mal dazu führte, dass ich mit meinem Mitbewohner James einen sinnlos langen Streit darüber hatte, ob es besser ist, immer zuerst das Lied zu hören, das man auf einer CD am liebsten mag, so wie man das Leckerste ja auch immer zuerst vom Teller isst und nicht zuletzt, oder das Lied nur an seinem vorbestimmten Ort auf der CD zu hören, also als Nummer 3, 7 oder 9 (ich war für Methode 1. James nicht) – dann höre ich im Hintergrund Phils Kommentar mit. Einerseits hat er dadurch das Album ein bisschen um seine, ja, Magie beraubt. Andererseits hatte ich ein paar Monate vorher einen Abend lang versucht, Phil die Besonderheit von John Mayer nahe zu bringen. Natürlich nur weil ich wusste, wie furchtbar er John Mayer findet.
miss m. - 28. Nov, 00:31