[a work in progress]
# 348
Es war wie immer. Opa hat mehr geredet als zugehört. Oma hat gesagt, dass Opa seine fortschreitende Taubheit nur vortäuscht, um bestimmte Dinge nicht hören zu müssen. Zum Beispiel alles was sie sagt. Papa hat sich darüber königlich amüsiert. Mama hat mit den Augen gerollt. Nachmittags haben wir die Disney Weihnachtshow geguckt. Onkel Søren hat niemandem gesagt, wann er ankommt. Also haben alle gewettet, wann er ankommt. Oma hat gewonnen: Zur Vorspeise. Zur Vorspeise: Lachs. Dann Truthahn. Dann ris à la mande. Alles schmeckte gut. Alle haben zu viel gegessen. Nur Onkel Søren nicht, der vom ris à la mande gerne Nachschlag gehabt hätte. Es gab kein ris à la mande mehr. Wir haben sechs Weihnachtslieder gesungen. Opa und Flemming haben sich Weihnachtsmannmützen aufgesetzt. Opa hat die Namen auf den Geschenken vorgelesen. Flemming hat die Geschenke verteilt. Um 12 lagen alle im Bett. Am 1. Feiertag haben wir drei Stunden zu Mittag gegessen und waren danach müde vom Aquavit. Abends haben wir Spiele gespielt. Am 2. Feiertag waren Papa, Flemming, Opa und Onkel im Kino. Opa hat sich über den Popcorngeruch beschwehrt. Am 3. Tag sind Oma und Opa wieder gefahren. Am 4. Tag haben wir die Uroma besucht. Am 5. Tag hatte ich vor lauter Essen ein schlechtes Gewissen und bin am Strand laufen gegangen. Nach 20 Minuten war ich aus der Puste. Am 6. Tag hatte ich netto zwei Tage auf dem Sofa verpennt. Am 7. Tag sind wir wieder gefahren. Nächstes Jahr wird es wieder so sein. Irgendwie beruhigend.
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Es passte dann doch ganz gut zum Rest des Jahres, dass ich in der Sylvesternacht um 12:10 Uhr mit mörderischen Kopfschmerzen im Bett lag während draußen Raketen in die Nacht gejagt wurden.
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Und am nächsten, an einem verregneten, verkaterten Morgen bin ich dann trotzdem mit dem Neuanfangsgefühl aufgewacht. Wie jedes Jahr. Das Herz flattert wie ein Kolibri vor lauter Aufregung, was man in diesem Jahr alles SCHAFFEN wird. Was alles möglich ist. Diesmal wird alles ganz anders. Jawoll! Ein schönes Gefühl. Ein gemeines Gefühl. Hätte man es nicht, würde einem die eine oder andere Enttäuschung erspart bleiben. Man weiß das. Aber wehren kann man sich dagegen trotzdem nicht.
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Keine guten Vorsätze. Stattdessen: Ab sofort Horoskope lesen. Saturn hat mir, so lese ich, einige Versprechungen zu halten.
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Ist es eigentlich zu spät für 2006er Listen?
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Wurscht.
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[in Anlehung an meine Lieblingsrubrik im Magazin]
Was ich mochte:
Schreiben. Dieses Ding hier schreiben. Menschen kennen lernen, die ich ohne dieses Ding nie kennen gelernt hätte. Leute wiedertreffen, die ich zuletzt vor sechs bis acht Jahren gesehen habe und merken, dass uns immer noch etwas verbindet. Besuch bekommen. Einziehen. Die Birke vor meinem Schlafzimmerfenster. Schlafen. Morgens mit dem Gefühl aufwachen, dass die Probleme des vorabends plötzlich viel kleiner sind. Ohne Buch nicht mehr einschlafen zu können. Endlich F. Scott Fitzgerald großartig finden und nicht weil man den eben großartig finden muss. J.R. Moehringer entdecken – wow! Die unerhört gute Michèle Roten. Cat Power. Scissor Sisters. Jungsbands. Flickr. Robin Williams auf youtube. Mit der Werner Robin Williams auf youtube gucken. Sowieso: youtube. Sowieso: Mademoiselle Werner. Et tous les autres girls, J. und nochmal J. und O. und M. und F. und C. Tante sein. Fußball. Den Fußballsommer. Martini-Werbung mit George Clooney. Grey's Anatomy mit Dr. Derek. Mädchen sein und Kleider tragen. Lindsay Lohan, echt jetzt. Stolichnaya Vodka. Faule Tage in der Aroma Bar. Abende im Hey Luigi. Meine kurzen Haare. Mich (zu selten). Den einen kennen lernen. Pläne machen. Mehr verstanden zu haben als nicht verstanden zu haben. Von Aaron am letzten Tag des Jahres von einem Parkplatz vor McDonalds angerufen werden. München, dann doch.
Was ich nicht mochte:
Schreiben. Selbstzerfleischung. Eigentlich ein und dasselbe. Ausziehen. Keine WG mehr sein. Verschlafen. Gelähmt sein. Warten und nicht wissen worauf. Warten und genau wissen worauf. Selbstenttäuschung. Die unvermeidbare Michèle Roten. F. Scott Fitzgerald – weil man einsehen muss, dass man nie so gut sein wird wie er. Scissor Sisters auf Radio Arabella. Schweinchen-Werbung mit Harald Schmidt. Sowieso: Harald Schmidt. Youtube – the death of work. Grey's Anatomy verpassen. Zugeben zu müssen, dass man es nicht mag, Grey's Anatomy zu verpassen. Vodkakater. Nicht genügend faule Tage in der Aroma Bar. Post-Its. Ablagen. Ungeöffnete Rechnungen. Unerledigtes. Streit mit Menschen, mit denen man nicht streiten will. Dass es der eine dann doch nicht sein konnte. Das Gefühl, nichts gelernt zu haben. Meine Haare. Mich (zu oft). Pläne nicht umzusetzen.
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Chile. Im März. Echt jetzt.
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Es passte dann doch ganz gut zum Rest des Jahres, dass ich in der Sylvesternacht um 12:10 Uhr mit mörderischen Kopfschmerzen im Bett lag während draußen Raketen in die Nacht gejagt wurden.
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Und am nächsten, an einem verregneten, verkaterten Morgen bin ich dann trotzdem mit dem Neuanfangsgefühl aufgewacht. Wie jedes Jahr. Das Herz flattert wie ein Kolibri vor lauter Aufregung, was man in diesem Jahr alles SCHAFFEN wird. Was alles möglich ist. Diesmal wird alles ganz anders. Jawoll! Ein schönes Gefühl. Ein gemeines Gefühl. Hätte man es nicht, würde einem die eine oder andere Enttäuschung erspart bleiben. Man weiß das. Aber wehren kann man sich dagegen trotzdem nicht.
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Keine guten Vorsätze. Stattdessen: Ab sofort Horoskope lesen. Saturn hat mir, so lese ich, einige Versprechungen zu halten.
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Ist es eigentlich zu spät für 2006er Listen?
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Wurscht.
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[in Anlehung an meine Lieblingsrubrik im Magazin]
Was ich mochte:
Schreiben. Dieses Ding hier schreiben. Menschen kennen lernen, die ich ohne dieses Ding nie kennen gelernt hätte. Leute wiedertreffen, die ich zuletzt vor sechs bis acht Jahren gesehen habe und merken, dass uns immer noch etwas verbindet. Besuch bekommen. Einziehen. Die Birke vor meinem Schlafzimmerfenster. Schlafen. Morgens mit dem Gefühl aufwachen, dass die Probleme des vorabends plötzlich viel kleiner sind. Ohne Buch nicht mehr einschlafen zu können. Endlich F. Scott Fitzgerald großartig finden und nicht weil man den eben großartig finden muss. J.R. Moehringer entdecken – wow! Die unerhört gute Michèle Roten. Cat Power. Scissor Sisters. Jungsbands. Flickr. Robin Williams auf youtube. Mit der Werner Robin Williams auf youtube gucken. Sowieso: youtube. Sowieso: Mademoiselle Werner. Et tous les autres girls, J. und nochmal J. und O. und M. und F. und C. Tante sein. Fußball. Den Fußballsommer. Martini-Werbung mit George Clooney. Grey's Anatomy mit Dr. Derek. Mädchen sein und Kleider tragen. Lindsay Lohan, echt jetzt. Stolichnaya Vodka. Faule Tage in der Aroma Bar. Abende im Hey Luigi. Meine kurzen Haare. Mich (zu selten). Den einen kennen lernen. Pläne machen. Mehr verstanden zu haben als nicht verstanden zu haben. Von Aaron am letzten Tag des Jahres von einem Parkplatz vor McDonalds angerufen werden. München, dann doch.
Was ich nicht mochte:
Schreiben. Selbstzerfleischung. Eigentlich ein und dasselbe. Ausziehen. Keine WG mehr sein. Verschlafen. Gelähmt sein. Warten und nicht wissen worauf. Warten und genau wissen worauf. Selbstenttäuschung. Die unvermeidbare Michèle Roten. F. Scott Fitzgerald – weil man einsehen muss, dass man nie so gut sein wird wie er. Scissor Sisters auf Radio Arabella. Schweinchen-Werbung mit Harald Schmidt. Sowieso: Harald Schmidt. Youtube – the death of work. Grey's Anatomy verpassen. Zugeben zu müssen, dass man es nicht mag, Grey's Anatomy zu verpassen. Vodkakater. Nicht genügend faule Tage in der Aroma Bar. Post-Its. Ablagen. Ungeöffnete Rechnungen. Unerledigtes. Streit mit Menschen, mit denen man nicht streiten will. Dass es der eine dann doch nicht sein konnte. Das Gefühl, nichts gelernt zu haben. Meine Haare. Mich (zu oft). Pläne nicht umzusetzen.
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Chile. Im März. Echt jetzt.
miss m. - 2. Jan, 19:15