[lifestyles of the rich and the famous]
# 369
Gestern auf dem Weg nach Schönefeld steigt am Ostbahnhof eine von den letzten zehn bei Deutschland sucht den Superstar, nee, Let's Dance!, Quatsch, Popstars ein, jedenfalls die mit den ganz langen, ganz glatten blonden Haaren und der Gottfried-John-Nase, die ihr aber, haha, zu Gesicht steht, setzt sich mir gegenüber und ich: Woher kenn ich die? Bestimmt waren wir zusammen auf der Schule. Ist es jetzt peinlicher, sie anzusprechen, weil wir mal zusammen auf der Schule waren? Oder nicht anzusprechen, obwohl wir mal zusammen auf der Schule waren? Dann in letzter Sekunde – puh! – gemerkt, dass wir uns gar nicht kennen, nur ich sie aus dem Fernsehen. Ab da natürlich immer wieder hingeguckt. Aber so total extra unauffällig. Gedacht: Ob Berühmtheiten wohl irgendwann einen Blick dafür entwickeln wenn einer versucht, ganz unauffällig zu gucken?
Sie: Bisschen in der Bravo geblättert, bisschen SMS getippt, frisch gekauftes Glitzerarmbändchen angelegt und später dann, nur mit Handtasche und H&M-Tüte auch in die German-Wings-Maschine nach München gestiegen.
Das irgendwie bemitleidenswert gefunden. Wobei ich genau wie sie nur mit Handtasche und Plastiktüte in den Billigflieger nach München gestiegen bin. Nur dass ich eben noch nie der Star einer Fernsehshow war. Und vielleicht ist das Bekloppteste am mal für zehn Sekunden berühmt gewesen sein ja, dass Menschen die einen überhaupt nicht kennen Mitleid mit einem haben und man dieses Mitleid überhaupt nicht braucht, weil es einem ganz egal ist, ob man jemals für zehn Sekunden berühmt war.
Vielleicht.
Sie: Bisschen in der Bravo geblättert, bisschen SMS getippt, frisch gekauftes Glitzerarmbändchen angelegt und später dann, nur mit Handtasche und H&M-Tüte auch in die German-Wings-Maschine nach München gestiegen.
Das irgendwie bemitleidenswert gefunden. Wobei ich genau wie sie nur mit Handtasche und Plastiktüte in den Billigflieger nach München gestiegen bin. Nur dass ich eben noch nie der Star einer Fernsehshow war. Und vielleicht ist das Bekloppteste am mal für zehn Sekunden berühmt gewesen sein ja, dass Menschen die einen überhaupt nicht kennen Mitleid mit einem haben und man dieses Mitleid überhaupt nicht braucht, weil es einem ganz egal ist, ob man jemals für zehn Sekunden berühmt war.
Vielleicht.
miss m. - 7. Mrz, 17:45
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