[cohabitation]
# 80
Immer noch verwundert darüber, dass ich noch mal mit jemandem zusammen gezogen bin, mit dem ich nicht zusammen bin. Drei Jahre nachdem ich zum letzten Mal mit den Fußsohlen am Küchenfußboden meiner 5er-WG festgeklebt bin (Was einen WGs lernen: Gleichmut). Auch verwundert darüber, wie einfach es gerade fällt, wie froh ich darum bin, wieder Dinge, die banalsten Dinge, mit jemandem teilen zu können. Zum Beispiel: Eine Familienpackung M&Ms. Zum Beispiel: Toilettenpapiereinkaufspflichten. Zum Beispiel: Den gleichen Weg ein Treppenhaus runter.
Ich teile mir wieder einen Raum. Eigentlich drei Räume. Aber noch halten wir unsere Territorien ein. Ich: Küche, Bad (wie ist DAS passiert?). Sie: Wohnzimmer, Technik. Wir leben immer noch getrennt von einander. Aus purer Höflichkeit. Wir testen, was wir hier genau so machen können wie vorher, in unseren eigenen Wohnungen. Manchmal gibt man sich geschlagen (Alpenvorlandkarte im Wohnzimmer), manchmal nicht (Nein, die Teelichterhalter kann man NICHT als Aschenbecher benutzen). Wir tapsen umeinander rum, vorsichtig noch. Halten uns mit unseren Eigenheiten zurück. Oder: Reißen uns zusammen. Die besten Momente sind die, in denen man etwas über den anderen heraus findet, dass man nicht wusste, nie erwartet hätte. Dass sie Norah Jones mag, darüber bin ich immer noch nicht weg.
Vorher hatte ich Angst. Nein, ich war einfach unruhig. Wann gehen wir uns zum ersten Mal so richtig auf die Nerven? Wann streiten wir zum ersten Mal? Und wer gewinnt? Ganz weg ist das nicht. Macht nichts. Es reicht schon jetzt hier zu sitzen, sie im Zimmer nebenan, den ganzen Abend aus keinem besonderen Grund nicht miteinander geredet. Es reicht zu wissen, dass wir das können. Und dass sie sich wohl genug fühlt, um nachts ihre Zimmertür nicht ganz zu schließen.
My roommate, she's a tough cookie. With a soft centre. And what I like best about her is that she doesn't always know that about herself.
Ich teile mir wieder einen Raum. Eigentlich drei Räume. Aber noch halten wir unsere Territorien ein. Ich: Küche, Bad (wie ist DAS passiert?). Sie: Wohnzimmer, Technik. Wir leben immer noch getrennt von einander. Aus purer Höflichkeit. Wir testen, was wir hier genau so machen können wie vorher, in unseren eigenen Wohnungen. Manchmal gibt man sich geschlagen (Alpenvorlandkarte im Wohnzimmer), manchmal nicht (Nein, die Teelichterhalter kann man NICHT als Aschenbecher benutzen). Wir tapsen umeinander rum, vorsichtig noch. Halten uns mit unseren Eigenheiten zurück. Oder: Reißen uns zusammen. Die besten Momente sind die, in denen man etwas über den anderen heraus findet, dass man nicht wusste, nie erwartet hätte. Dass sie Norah Jones mag, darüber bin ich immer noch nicht weg.
Vorher hatte ich Angst. Nein, ich war einfach unruhig. Wann gehen wir uns zum ersten Mal so richtig auf die Nerven? Wann streiten wir zum ersten Mal? Und wer gewinnt? Ganz weg ist das nicht. Macht nichts. Es reicht schon jetzt hier zu sitzen, sie im Zimmer nebenan, den ganzen Abend aus keinem besonderen Grund nicht miteinander geredet. Es reicht zu wissen, dass wir das können. Und dass sie sich wohl genug fühlt, um nachts ihre Zimmertür nicht ganz zu schließen.
My roommate, she's a tough cookie. With a soft centre. And what I like best about her is that she doesn't always know that about herself.
miss m. - 11. Aug, 22:55
Holy shit