[habitation]
Das wäre jetzt so ein Nachmittag für die erste Staffel von Bevery Hills 90210 auf DVD gewesen. Party of Five wäre auch gegangen.
Sieben Gründe, warum es trotz schönem Wetter schöner ist, drinnen zu bleiben:
1. Drei Meter bis zum nächsten Karton Weihenstephan Fruchtbuttermilch Erdbeere mit Vanille verfeinert.
2. Gala.
3. Man hat ein viel weniger schlechtes Gewissen, wann man drinnen ist und nichts schreibt, als wäre man draußen, wo man ja gar nicht schreiben könnte. Oder doch umgekehrt?
4. Lieber wieder zurück zur Gala.
5. Bett. Glorreiches, weiches, für Nickerchen bestimmtes Bett.
6. Make-up. Warum?
7. Die Zeit bis zur nächsten Folge Für Alle Fälle Amy vergeht so viel schneller, wenn man nichts tut.
Ich muss ganz dringend wieder arbeiten gehen. Ganz, ganz dringend.
Aus dem Urlaub zurück. Voller Lebensänderungspläne (Sport! Grüner Tee! Weniger rauchen! Öfter feudeln!). Zwei Minuten nach Betreten der Wohnung total und komplett in Vorurlaubs-Modus verfallen. Wie folgt:
1. Instant-Kaffee.
2. Milch.
3. Erster Schluck.
4. Ähhhhh!
5. Milch sauer.
6. Noch mal Kaffee, ohne Milch.
7. Kippe.
8. Fernseher an.
9. SpongeBob!
10. Computer hochfahren.
11. Internet.
12. E-Mail. 10 Mails. Keine interessant.
13. Flickr. Keine Kommentare.
14. Spruced. Keine Kommentare. Allerdings auch: seit einem Monat nichts geschrieben.
15. Gofugyourself. Hehehehe.
15. Koffer nicht auspacken.
16. Bett.
17. Fernbedienung.
18. EM. Zehnkampf Männer.
19. Aaaaahhhh.
Manchmal glaube ich, ein Mitbewohner wäre gut.
Bis ich mich in meiner neuen Wohnung zu Hause fühle, ein paar Dinge die ich jetzt schon mag:
Den Geruch im Treppenhaus
Die korrekte skandinavische Schreibweise meines Nachnames an der Türklingel (anal? me?)
Die Birke vor meinem Schlafzimmerfenster
Die Nische im Flur, in die haargenau der Küchentisch meiner Oma passt
Den Originalbriefschlitz in der Wohnungstür
Die zwei winzigkleinen Fenster in dem winzigkleinen Badezimmer
Der direkte Blick in die Küche der Nachbarn
Dass ich sofort beim Betreten der Wohnung alles fallen lassen kann, ohne dass jemand anderer außer mir darüber stolpert
Was ich am meisten an der anderen Wohnung vermisse:
Jemand, der über meine fallen gelassenen Sachen stolpert
Einige Dinge, die ich nicht aus meiner Wohnung mitnehmen werde:
13 leere Bionadeflaschen
1 weißer Cowboyhut aus Plastik
3 alte Timer (Jahrgang 1999-2001) [aber gut zu wissen, dass ich am 6.5.2001 eine Hausarbeit zum Thema "Print media: watch dog or PR's puppy" abgeben musste. How did I ever do three years of that? How?]
5 Terrakotta-Blumenübertöpfe
(circa) 54 unangespitzte Bleistifte
1 Paar Ohrringe aus orangefarbenen Glasperlen
1 Autogramm von Tom Cruise
4 Bücher von Janet Evanovich
1 kaputter Bilderahmen
3 Handyadapter für Handys, die ich nicht mehr besitze
10 (!) Kaugummipackungen mit nur einem Kaugummi
6 leere Feuerzeuge
6 Campari-Cocktailstäbchen
2 sonnenblumengelbe Tischsets
23 alte Süddeutsche
2 Jahrgänge Time
Diverse Gala [die genau Anzahl wäre zu peinlich, um sie hier zuzugeben]
1 Kochtopf mit angebrannter Milch am Boden
Mindestens 2 von 3 angebrannten Holzkochlöffeln
1 Becher Macademia Nut Brittle, von dem ich nicht mehr wusste, dass er in meinem Gefrierfach steht. Den ich esse ich nämlich jetzt. Und das Autogramm, das nehme ich doch mit.