[oh dear]

[oh dear]

# 386

Ertappt!

[oh dear]

# 382

Wenn ich jetzt noch Zigaretten hätte, würde ich glatt mal wieder was schreiben.

[oh dear]

# 381

Irgendwann am Samstag Abend, es wird nach dem Auftritt der Ukraine gewesen sein, aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, schrieb mir S. dann noch: „Die Ost-Erweiterung war ein großer, großer Fehler.”

[oh dear]

# 379

Kaviar, Kaviar, Kaviar!

[oh dear]

# 378

Vor einem Anruf Lippenstift auflegen.

[oh dear]

# 371

Nach über 30 Jahren zusammen lässt mein Vater meine Mutter immer noch nicht seine Wunden versorgen. Weil sie es nicht sehen soll, wenn er blutet.

[oh dear]

# 347

Fragen auf die ich keine Antwort habe, weil sich mein Kiefer gerade in etwa der gleichen Stellung befindet, wie der einer Schlange bevor sie ein Nilpferd verspeist:

Ich setze jetzt die Spritze, ja?

Tut's weh?

Sagen Sie mir, wenn's weh tut, ja?

Wie lange ist der denn schon SO entzündet?

Dieser Zahn ist ein ganz schöner Brocken, was?

Also, so wird das nichts, ich werde den Zahn jetzt in Ihrem Mund in zwei Teile zersägen. Warum schütteln Sie mit dem Kopf? Das war keine Frage.


Ich glaube, es ist in „Eleanor Rigby”. Da beschreibt der Autor, wie schön es die Hauptperson findet, beim Arzt auf dem Stuhl zu liegen. Ich weiß genau, was er meint. Ich mag das auch: Auf dem Stuhl liegen, der genau die gleiche Form hat wie eine Sonnenliege, betäubt, ins Oberlicht blinzeln. Es ist einer der wenigen Momente in denen ich das Gefühl habe, mich aus der Hand geben zu können. Ein Moment, in dem ich nichts muss. Nur daliegen. Es wäre perfekt. Wenn ich gleichzeitig nicht auch das Gefühl hätte, heulen zu müssen. Vor Hilflosigkeit. Aber vielleicht liegt DAS auch am Betäubungsmittel. Ganz bestimmt am Betäubungsmittel.

[oh dear]

# 343

Ich hatte damit erst circa fünf Minuten vor der Lesung gerechnet, aber ich bin verdammt noch mal schon jetzt nervös. Und finde zudem, dass sich keiner meiner Einträge zum Vorlesen eignet, weil mir keiner meiner Einträge mehr gefällt. Allerdings bin ich auch viel zu faul, jetzt noch was Neues zu schreiben.

Ich werde daher versuchen, das textliche Defizit mit einem sagenhaften Outfit auszugleichen. Ich dachte an etwas wie den Anne-Sexton-anderthalb-Jahre-vor-ihrem-Selbstmord-Look.

[oh dear]

# 326

Man darf sich gar nicht gegen die Ergriffenheit wehren die einsetzt, wenn der Sänger von Snow Patrol in die noch vom letzten Lied wogende Menge fragt: „Are you here with someone you love?” Seufzen aus der Menge. „Are you standing next to someone you love, but who doesn't know you love them?” Seufz, seufz. „Maybe you should tell them you love them.” Seufz, kicher. „They might love you right back!” Und dann: „Chasing Cars”. Epische Coldplaybreitwandgitarrenmusik (bei solcher Musik sehe ich mich ja immer in einem offenen Chevy durch Arizona fahren, Arm aus dem Fenster hängend, lange Haare im Wind wehend, aber das nur nebenbei). Dagegen darf man sich genau so wenig wehren wie gegen die immer ganz stillen Schlussszenen in amerikanischen Krankenhausserien, gegen das in die Knie gehen eines triumphalen Sportlers, gegen die letzten Sätze in einem großartigen Buch. Wobei ich ein Problem habe mit letzten Sätzen in großartigen Büchern: Sobald ich weiß, dass ich nur noch zwei, drei Seiten vom Ende entfernt bin, kann ich mich nicht mehr auf das Buch konzentrieren, nur noch auf das Ende. Und überfliege dieses letzte Stück mehr, als dass ich es lese. Wie bei einem Pflaster, das man schnell abreißt, weil's dann angeblich weniger weh tut.

[oh dear]

# 322

„Wer war denn deine erste Liebe?”

„Die erste Liebe war nicht so wichtig, kann sie nicht gewesen sein, wenn ich mich nicht mal an seinen Nachnamen erinnern kann. Aber die Uni-Liebe, die war wichtig. Die unerwiderte.”

Alle paar Monate, meistens wenn gerade mal wieder was nicht geklappt hat, wenn's draußen dunkel ist, das dumpfe Gefühl in meiner Brust darauf lauert auszubrechen, denke ich darüber nach, ihm zu schreiben. Und dann lasse ich es. Weil ich doch nicht das aufschreiben würde, was ich sagen will. Stattdessen würde ich versuchen, in der Mail möglichst unverfänglich zu klingen, ein paar Witze reißen, mit „much love” unterschreiben, so wie er's auch immer tut, als Erster getan hat, nicht, dass das etwas zu bedeuten hätte, Engländer nennen einen schon nach zwei Treffen „love”, so viel Gebrauch nutzt Worte der Liebe schnell ab.

Ich würde also eine nette, recht knappe Mail schreiben, er schriebe zurück und so weiter, bis wir dann drei Monate lang wieder nichts voneinander hören. So machen wir das seit Jahren. Er, weil er es vermutlich so meint. Ich, weil mir nichts anderes einfällt, als so zu tun, als würde ich es auch so meinen, total lässig, mit allem okay, jaja. Dann tue ich so, als würde ich ihm gerne von meinen Männergeschichten erzählen, kein Problem, und rede mir ein, dass es mich auch nicht weiter stört, wenn er mir von seinen Frauengeschichten erzählt („Eine Surfshopbesitzerin, die Porno Voiceovers macht? Wirklich?”).

Das ist immer noch besser, denke ich, als ihm das andere zu sagen, das vor dem ich mich fürchte, es auszusprechen, weil ich... Es wird ihm einfach nicht genau so gehen wie mir. Punkt. Und wenn es ihm jemals so gegangen sein sollte, ist es nun eh zu spät. Er wäre erst still am anderen Ende, da irgendwo in Kanada wo er sich jetzt rumtreibt, dann wäre er freundlich, diese Freundlichkeit würde mich schier umbringen, und das wär's dann.

Aber vorher hätte ich ihm noch gesagt, was ich schon seit sechs Jahren sagen will: Weißt du eigentlich, würde ich dann sagen, weißt du eigentlich, dass ich dir an unserem letzten gemeinsamen Abend, als ich dir noch schnell meinen Abschiedsbrief in die Hand drückte, und du mich auf den Mund küsstest als würdest du's meinen, aber eigentlich meintest du nur Freundschaft, aus der Tür gingst, und ich dir nachgeguckt habe, bis du an der Ecke abgebogen bist, die ganzen 500 Meter? Dass ich ja gesagt hätte, wenn du mich bloß gefragt hättest, ja, ja, ja zu allem, allem, allem? Dass mein Herz wenn ich mit dir zusammen war zum Durchlauferhitzer wurde? Dass ich an dem Abend, als du mir Backgammon beibrachtest, und wir besoffen und bekifft waren, schon so kurz davor war, dir einfach in dein Zimmer vorzugehen und es dann doch nicht tat, weil ich dir angesehen habe, dass du nicht wolltest? Oder wolltest du und hast gedacht, ich wollte nicht?

Dass ich mich dafür geschämt habe, wie sehr ich es genossen habe, als es zwischen dir und meiner Mitbewohnerin nach kurzer zeit wieder aus war? Dass ich deinen Kumpel, mit dem ich dann kurze Zeit zusammen war, nicht vor dir küssen konnte, wollte? Dass ich immer lieber dich geküsst hätte? Dass ich, wäre es je dazu gekommen, ist es ja aber nicht, nicht mehr gewusst hätte, wie Sex geht? Dass du in mir eine „performance anxiety” katastrophalen Ausmaßes verursacht hast, bei allem? Dass ich dich doch immer nur beeindrucken wollte, nur ein bisschen?

Manchmal befürchte ich, du hast mich für alle die danach kamen, noch kommen werden, versaut, weil ich nie rausfinden konnte wie das mit uns gewesen wäre, nie. Weil du diese perfekte 3-D-Animation bist. Weil es mich, das eine Mal im Jahr wenn wir uns sehen, immer noch umwirft, wie du riechst und wie du sitzt und immer noch diesen gräßlichen dunkelblauen Cardigan trägst, für den du dich nie entschuldigen würdest, für deinen fusseligen Bart ja auch nicht, was mir nur Recht ist, du siehst in beidem aus wie ein Holzfäller, mit dem ich sofort in jede kanadische Blockhütte ziehen und in kurzer Zeit drei Kinder machen würde und ohgott, ich muss damit aufhören, weißt du das eigentlich? Dass ich mich frage, wenn du am Telefon nach einem unserer Londoner Treffen sagst „Die einzige Person, die ich wirklich sehen wollte, warst du”, ob du nur nett sein willst? Dass das ganz schön bescheuert ist?

Ich werde dir jetzt schreiben. Nein, ich werde dich anrufen. Wir werden unser kleines Spiel miteinander spielen, wir sind gut darin, haben ja auch lange genug geprobt.

Und wenn nur der AB ran geht, werde ich mir deine Stimme anhören und dann auflegen. Dir die richtigen Nachrichten zu übermitteln, darin war ich schon immer schlecht.

Suche

 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

# 419
Verdammtwardasgeil.
miss m. - 20. Jun, 00:00
# 418
Falls man sich derzeit und auch sonst für Fußball...
miss m. - 19. Jun, 12:17
# 417
Seit heute weiß ich auch, warum sich ein Job...
miss m. - 20. Mai, 19:38
# 416
Ein Album von dem ich bisher nicht wusste, dass man...
miss m. - 22. Apr, 17:27
Warte. Ich such nur kurz...
Warte. Ich such nur kurz meine Rayban und mein Palituch...
miss m. - 17. Apr, 15:52

Status

Online seit 1183 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 21. Jun, 21:39

[a work in progress]
[cohabitation]
[cruise, tom cruise]
[footie]
[gems]
[genealogy]
[hab ich im internet gefunden]
[habitation]
[happy happy]
[lifestyles of the rich and the famous]
[linkalicious]
[oh dear]
[rage]
[rsvp]
[sometimes i wish i worked for a men's mag]
[soundtrack]
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren