[sometimes i wish i worked for a men's mag]
Die totale Ahnungslosigkeit und/oder fast schon rührende Naivität von Lesern, die anrufen, um sich nach der Direktdurchwahl der H&M-Chefdesignerin zu erkundigen, sie würden sich bei der nämlich gerne mal – persönlich! – über die Konfektionsgrößen der Damenwäsche beschweren. „Die Teile passen doch nur Frauen die ausehen wie, ich sach mal, ein Brett mit zwei Erbsen draufgenagelt.”
Wenn ich sie hätte, ich hätte ihr die Nummer glatt gegeben.
In München hieß die Mädchenportion beim Italiener Cosmoteller. In Hamburg heißt die Obstmischung vom Tante Emma-Laden Tussibecher. Auch sonst ist hier einiges anders.
Infokästen.
[Back to work!]
Auf dem firmeninternen Newsletter gerade „Unter dem Motto 'Ich kam, sah und saufte'…” gelesen. Was so viel komischer gewesen wäre als 'kaufte'.
„Das ist so ein Blatt für Berlin-Mitte-Mädchen.”
„Immer noch besser, als ein Blatt für BMW-Testfahrerinnen.”
„Hübsche Witwen? Das Magazin ‘Glamour’ hat sich dafür entschuldigt, dass eine ihrer Reporterinnen bei der Organisation ‘Military Families Against War’ nach “fotogenen, hübschen Kriegswitwen” suchte.”
Im San Francisco Coffee Shop gibt es jetzt ein Getränk das Frou-Frou heißt. Ichdrehhiernochdurch.
„...würden Ihnen gerne unseren neuen, für Allergiker geeigneten Staubsauger vorstellen.”
„Mhm, mhm. Wenn ich Sie sofort unterbrechen darf: Wir sind nicht das richtige Heft dafür.”
„Ich dachte vielleicht für den Bereich Lifestyle?”
Es sollte ein Wort geben für den Blick von Frauenzeitschriftenmoderedakteurinnen den sie zu Beginn der Sommermodesaison auf dich werfen. Dieser Blick, mit dem sie dich innerhalb von zweieinhalb Sekunden von der Schuhspitze bis zum Seitenscheitel scannen und dabei registrieren: Schuhe: letzte Saison. Waden: Fußballerig. Rock: Baumwolle, nicht grobe Spitze, daher indiskutabel. Top: Schiesser. Nicht schlecht. Aber Feinripp? Trägt doch keiner mehr. Frisur: Oh, bitte. Die hatte Kate Moss schon 2001. Sonnenbrille: Hahahahahaha. Ha!
Ich hatte ganz vergessen wie es ist, in der Mittagspause durchs Bürogebäudeghetto an der InStyle-Bank, dem Elle-Hügel, den Cosmo-Tischen vor dem Coffeeshop vorbei zu gehen während dieser Blick an mir hoch- und runterfährt. Es ist der Blick des Antichristen kurz bevor er einem den Dreizack in die Rippen stößt.